Weserliga 2017/18 Wettkampf II

Platz zwei verteidigt

Nicht zuletzt dank zweier Höchstwertungen für Jan Felix Förster hat die TuSG Ritterhude ihren zweiten Tabellenplatz verteidigt und bleibt Spitzenreiter Bremen 1860 I dicht auf den Fersen.

Ritterhude. In der Weserliga der ­Gerätturner änderte sich nach der zweiten Runde an der Tabellenspitze nichts. Mit 369,60 Punkten erzielte TV Bremen 1860 I beim Mannschaftssechskampf in Grohn erneut das beste Gesamtergebnis. Diesmal war die TuSG Ritterhude I dem Spitzenreiter mit 366,75 Zählern aber ganz dicht auf den ­Fersen. Gastgeber TV Grohn konnte das Vorhaben, die Ritterhuder in eigener Halle zu überrunden, nicht verwirklichen. Beim TVG I fehlten gleich drei Stammturner, und so sprang vor großer Zuschauerkulisse wieder nur Platz drei heraus (356,50).
Einen Dämpfer erhielt auch der TV Grohn II. Er landete mit 305,75 Punkten auf Rang fünf und musste diesmal Bremen 1860 II (317,15) den Vortritt lassen. In der Gesamtwertung bleibt das Grohner Nachwuchsteam aber auf Platz vier. Staffel-Schlusslicht ist weiterhin die TuSG Ritterhude II, die 299,55 Zähler erturnt hatte.


Mehr Punkte als zum Saisonauftakt in Ritterhude erzielten alle sechs Teams. Vor allem am Pauschenpferd und an den Ringen, die in der aktuellen Serie erstmals zum Wettkampfprogramm gehören, waren Leistungssteigerungen zu beobachten. „Bei den Ringen sah man teilweise noch Unsicherheiten. Ich war aber erstaunt darüber, dass einige jüngere Turner schon unglaublich kraft- und spannungsvolle Übungen zeigten,“ begeisterte sich TVG-Trainer Jan-Patrick Jürgens, der als Kampfrichter im Einsatz war.
Mit Pablo Broszio war es ein Grohner, der am neuen Hochreck die Tageshöchstnote erzielte. 17,50 Punkte sahnte der 15-Jährige, der mit 98,75 Zählern das zweitbeste Sechskampfergebnis aller Teilnehmer erreicht hatte, für ­seine Übung am Hochreck ab. Auch an den Ringen gab es für ihn die meisten Punkte (17,20). „Er besitzt die richtige Motorik und den ­Willen. Er ist sehr ehrgeizig und trainiert nicht nur bei uns, sondern auch bei der TuSG ­Ritterhude und bei Bremen 1860“, verriet Wolfgang ­Koschuch. Der Grohner Liga-Obmann freute sich über die Leistungssteigerung seiner Jungs am schwierig zu handelnden Pauschenpferd.
Mit zwei Höchstwertungen glänzte Jan Felix Forster von der TuSG Ritterhude, der mit 99,05 Punkten das beste Sechskampfergebnis erzielt hatte. Eine 17,60 war die Belohnung für eine nahezu perfekte Darbietung am Barren. Beim Sprung setzte der Ritterhuder mit der P8, einem Überschlag mit halber Drehung in der zweiten Flugphase, zunächst auf Sicherheit (16,60). Beim zweiten Versuch wagte er sich an die P9 mit einer ganzen Drehung zum Schluss. Das gelang nicht. „Beim Einturnen hat das noch geklappt“, versicherte er.
Forster bescheinigte seiner Mannschaft, die in bester Besetzung angetreten war, eine sehr starke Leistung am Barren. „Das hat uns wieder viele Punkte eingebracht“, frohlockte er. Nicht zuletzt deshalb ist die TuSG I nun auf Tuchfühlung mit dem Spitzenreiter. „Darauf haben wir hingearbeitet“, verriet der Ritterhuder Trainer.
Sein größter Wunsch sei es, beim Abschluss-Wettkampf am 4. März in der Halle am Baumschulenweg den Tagessieg zu erringen. Das wäre ein schönes Abschiedsgeschenk für den Sportler, der ab der nächsten Saison aus Altersgründen nicht mehr in der Weserliga antreten darf. Ein Lob sprach der Coach seinen Mitstreitern Jonas Schwermer, der sich am Barren gut präsentiert ­hatte, und Jannis Teuber für seine tolle Übung an den Ringen, aus.
Titelkandidat Bremen 1860 I machte fette Beute am Boden mit einem Vorsprung von mehr als fünf Punkten gegenüber der TuSG I und dem TV Grohn I. Ausschlaggebend dafür war der exzellente Auftritt von Joris Grunwald, der 18,00 Punkte für seine P9-Übung erbeutet hatte. „Das war wirklich herausragend und ist zu Recht mit einer Höchstnote belohnt worden. Da ­passte alles zusammen – die super Akrobatik, ­tolle Sprungkraft, Spannung und Haltung. Zudem präsentierte er die Übung sehr flüssig“, lobte Koschuch.

(Quelle: Weser Kurier, Ausgabe vom 30.01.2018, Sabine Lange)+

 

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